1940

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Hofgeismar
Großvater
unser Haus

Hofgeismar

Es dauerte eine ganze Weile, bis ich mich eingelebt hatte. Musste ich mich doch erst an Opa Stark und die Tante Käthe und die Familie der Tante Anna gewöhnen. Wir alle wohnten in dem kleinen Haus des Großvaters. Die Oma war im Jahre vorher gestorben, und wir Kinder hatten sie von früheren Besuchen noch gut in Erinnerung.
Neue Freunde wurden schnell gefunden. Immerhin gab es viele Kinder in unserer Straße, Mit denen wir Räuber und Gendarm spielten.Die eine Hälfte waren die Räuber und trugen ein Taschentuch oder ein einfaches Seil um den Oberarm, die anderen waren die Polizei und mußten das Taschentuch abreißen. Der Räuber war dann gefangen.
Völkerball und Schlagball war ein ebenso beliebtes Spiel und wurde auf der Straße ausgetragen. Autos gab es nicht oder nur sehr wenige.
Ein weiteres Spiel nannten wir „Dilldopp“. Dabei wurde ein kleiner Holzkegel, dessen Spitze mit einem Nagel versehen war, mit einer Peitsche in drehende Bewegung versetzt und dann weiter mit der Peitsche über das ganze Pflaster getrieben. Am besten ging es natürlich dort, wo der Straßenbelag schon aus Teer bestand. Das gab es allerdings nur an wenigen Stellen in der Stadt.
Mit Murmeln, kleinen farbigen Kugeln aus gebranntem Lehm oder Ton wurde auch gern gespielt. Die Kugeln wurden um eine kleine Mulde im Boden herum verteilt. Ziel war, durch verursachen einer Karambulage mit der Kugel des anderen, diese in die kleine Mulde zu befördern. Diese Kugel ging dann in den Besitz des Angreifers über. Die Tennen in den Bauernhäusern waren aus Lehm gestampft, und wie schnell war eine kleine Mulde hinein gekratzt und dann ging es los.